Am Wasserfall

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Wasserfall

Durch Nordindien

Meine Wanderung durch Nordindien führt mich nun stetig bergauf, ich verlasse langsam die subtopische Klimazone. Ich überquere den Ganges Richtung Norden, lasse die Hitze hinter mir und die Trägheit der schwülen Tage. Mit jeder Tagesetappe wird die Luft dünner, die Nächte kälter, die Flüsse klarer und Wege steiler. Am Morgen hatte es bereits kurz nachdem ich aufgestanden war zu regnen begonnen und das Tröpfeln hielt den ganzen Tag über an. /

Ich nehme einen Pfad durch dichten Wald, der an einem Bach mit zahlreichen Wasserfällen entlang führt. Ich halte immer wieder an und mache die Tonaufnahmen, die Ihr hier hört. Die schweren Tropfen trommeln auf den Blättern in den Bäumen, sie fallen dumpf auf den weichen Boden und hell klingend auf Steine und Felsen. Alles ist bedeckt mit Wasser, alles durchdrungen mit Feuchtigkeit. Der Bach plätschert, murmelt und spritzt lachend.

Auf meiner Reise versuche ich mein Leben auf eine möglichst einfache, ursprüngliche Art zu erleben. Ich nehme einen möglichst weit entfernten Standpunkt zu meinem normalen Alltag ein um aus der Entfernung die Strukturen und Zusammenhänge zu erkennen.

innere Distanz

Ich gehe auf Distanz zu meinen bestehenden Vorstellungen um mir Raum und Freiheit für neue Ideen und Erkenntnisse zu schaffen.

Eine wichtige Erkenntnis mache ich erst jetzt, nach vielen Tage auf Wanderschaft: Die Industrialisierten Tagesabläufe verursachen tiefe Spuren der Zerstörung unserer Lebenskraft und Lebensfreude. Unsere Tagesabläufe sind fremdbestimmt und werden durch feste Termine und häufig eintönige und wenig kreative Tätigkeiten bestimmt.

Meine Vitalität, Lebenskraft und Freude ist in den letzten Wochen deutlich angestiegen. Ich glaube es liegt daran dass mein Tagesablauf hier auf meiner Reise durch Indien sehr stark mit dem Sonnenauf- und Untergang verbunden ist. Ich wache früh mit der Sonne auf, bin tagsüber aktiv und tanke Helligkeit. Durch mein Eintauchen in die Natur und das unmittelbare Erfahren der lebendigen Wesenheit der Natur habe ich meine Vereinzelung aufgebrochen und öffne mich ein wenig dem universellen Lebensstrom. Mein innerer Kompass synchronisiert sich und richtet sich wieder aus und bringt mich in einen kosmischen Gleichklang.

Am Abend komme ich an einem Wasserfall vorbei und schlage mein Camp unter einem Felsvorsprung, der mich vor dem Regen schützt auf. Ich finde sogar trockene Äste und mache mir ein Lagerfeuer und etwas Reis mit Gemüse.

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Ralf Eisend

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